00:00:08:
00:00:17: Neun an den Empfangsgeräten, herzlich willkommen zu HIKOPOD!
00:00:20: Mein Name ist Janis Bergmann und ich begrüße Sie ganz herzlich zu einer neuen Folge unseres Podcast.
00:00:25: Mitten in Berlin liegt das Tempelhofer Feld mit dem ehemaligen Flughafen Tempelhof von dem der ein oder andere von Ihnen vor seiner Stilllegung, vielleicht sogar noch selbst abgeflogen sein mag.
00:00:36: Heute stehen die Gebäude als Denkmal für die bewegte und vielseitige Geschichte des Ortes.
00:00:41: Hier wurde deutsche Luftfahrtgeschichte geschrieben, der Flughafen war lange Zeit Berlins Tor zur Welt und spielte für unterschiedliche deutsche Staaten und Regierungen eine wichtige Rolle.
00:00:51: heute ist er für die Öffentlichkeit zugänglich und gleichzeitig Bildungs- und Veranstaltungsort.
00:00:56: auch die historische Kommission zu Berlin hatte Mai hier eine Tagung zur Geschichte der Flughäfen in Berlin und Brandenburg abgehalten.
00:01:03: Anders genug also, sich einmal näher mit der Vergangenheit dieses besonderen Ortes auseinanderzusetzen.
00:01:08: Denn abseits von kaltem Krieg und Luftbrücke weist besonders die Anfangsphase dieses Berliner Ortes viele interessante Aspekte auf, die heute oftmals in Vergessenheit geraten sind.
00:01:18: So befanden sie hier sowohl der erste Heimatflughafen der Deutschen Lufthansa, die in diesem Jahr ihren hundertsten Geburtstag feiert als auch das einzige Konzentrationslager.
00:01:31: Um einen Blick auf die frühe Geschichte des Geländes des Flughafens Tempelhof zu werfen, habe ich mir heute zwei Gäste eingeladen, die sich mit unterschiedlichen Facetten des Themas beschäftigt haben.
00:01:41: Zuerst begrüße ich Caroline Georg.
00:01:43: Sie ist Politikwissenschaftlerin und hat über das Columbia Haus promoviert.
00:01:47: Über verschiedene Stationen in der historisch-politischen Bildung kam sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin zur Gedenkstätte Stille Helden Die sie mittlerweile auch leitet.
00:01:56: Herzlich Willkommen Frau Georg!
00:01:57: Vielen Dank schön guten Tag.
00:02:00: Außerdem begrüße ich Thomas Wernicke, der gewissermaßen sogar physisch ganz nah am Thema ist.
00:02:05: Er studierte Geschichte und Soziologie in Berlin war unter anderem am Zentrum Zeithistorische Forschung in Potsdam beschäftigt und arbeitet jetzt als Referent für historisch-politische Bildung und Erinnerungskultur am Flughafen Tempelhof.
00:02:18: Hallo Herr Wernikke!
00:02:21: Ja freut mich dass Sie beide hier sind.
00:02:23: Wie sich das gehört fangen wir ganz vorne an die Anfänge des Flughafens Tempelhofs bzw.
00:02:27: des Tempel hofer Feldes.
00:02:29: Die reichen ja sogar noch weiter zurück als die des Flughafens, also lange bevor die ersten Gebäude da errichtet wurden.
00:02:35: Wie begann denn die Verbindung dieses Ortes mit der Luftfahrt
00:02:39: dann?
00:02:39: Ja, tatsächlich ist die Geschichte des Feldes noch ein bisschen älter.
00:02:44: Sie geht sogar ins achtzehnte Jahrhundert als das Ackerland dann auch als Exerzierfläche für den Preußischen König Friedrich Wilhelm I benutzt wurde und im Grunde über Jahre hinweg auch als exerzier- und Paradeplatz dort fungierte und dementsprechend später aufgekauft wurde vom Staat dass man da sozusagen diese Fläche frei bespielen konnte.
00:03:06: In den Achtzendachtiger Jahren beginnt diese Luftfahrtsgeschichte.
00:03:10: Da gibt es dann ein Ballonversuchsdetachment, das ist im Grunde... Man hat Heißluftballons gestartet und hat geschaut inwiefern die sich militärisch oder auch wissenschaftlich nutzen lassen für Wetter oder ähnliche Sachen.
00:03:21: Und das setzt sich dann fort eigentlich über die gesamte Kaiserzeit und die ersten Flüge finden tatsächlich also mit motorisierten Flugzeugen so wie wir's heute auch kennen, finden dann ab neunzehundertneuen auf dem Temploverfeld statt.
00:03:34: Da gibt es dann erste Erkundungsflüge, wo man mal guckt.
00:03:38: Wie funktioniert eigentlich so eine Maschine?
00:03:40: Wie weit kann man damit überhaupt fliegen?
00:03:41: Da werden Rekorde aufgestellt, although Wright ist in der Sortneuen auch da und stellt einen Höhenrekord auf von, ich glaube, hauptsächlich ein Riesensache.
00:03:49: Und dann wird dieses Feld eigentlich so richtig für die Luftfahrt gewonnen.
00:03:54: erst in der Weimarer Republik in der Zeit als das Templofa-Feld, als eben Flughafen ausgebaut wurde.
00:04:02: Wobei der erste Weltkrieg wahrscheinlich auch noch ein bisschen dazu beigetragen hat.
00:04:05: Generell für die Luftfahrt?
00:04:07: Ja, genau das ist.
00:04:08: wie so oft bei vielen wissenschaftlichen technischen Errungenschaften sind Kriege offenbar immer so eine Katalysatoren, die das beschleunigen können.
00:04:16: Die Luftfahrts ist maßgeblich beschleünigt worden durch den ersten Weltkrieg.
00:04:20: Also die Maschinen haben sich weiterentwickelt.
00:04:22: Zum Ende des ersten Welt-Krieges stand das erste ganz Metallflugzeug was von Junkers gebaut wurde, die sogenannte F-III, die dann in der Zivilluftfahrt eingesetzt wurde ist schon so, dass Militär und Fliegen irgendwie eine gewisse besondere Verbindung schon immer hatten.
00:04:39: Nicht nur in Deutschland im Übrigen.
00:04:41: Und nach dem Ersten Weltkrieg sollte dann ja dort endlich wirklich ein Flughafen entstehen?
00:04:46: Wer war denn an dieser Planung beteiligt und wie kam die Zustand, diese Entwicklungsprozesswende das in Kürze sich abhandeln lässt?
00:04:53: Ja ich versuche es mal sehr kurz zu machen der Staat des Deutschen Reichs Das Land Preußen und die Stadt Berlin, das sind die zentralen Player kann man sagen.
00:05:02: Das Reichsverkehrsministerium hat ein großes Interesse einen größeren Flugplatz zu bauen näher an der Stadt dran.
00:05:09: Man hatte ja schon eine Johannes-Tale und starke kleinere Flugplätze, die auch militärisch mal genutzt worden waren.
00:05:13: Und hier sollte jetzt neuer Flughafen geschaffen werden.
00:05:16: Ganz maßgeblich als also wichtige Person im Berliner Kontext ist Leonhard Adler Der damalige Stadtbaurat, der das sozusagen durchsetzen konnte quasi die beiden großen Verkehrsfluggesellschaften zu der Zeit, das war die Junkers Luftverkehr und der Deutsche Ero-Leute.
00:05:33: Das waren die beiden Großen zu dieser Zeit noch vor der Gründung der Lufthansa, die finanzieren dann mit dem Bau des Flughafens ab neun zwanzigzehnt.
00:05:40: Und es war gar nicht so einheitlich.
00:05:41: vielleicht muss ich das auch noch dazu sagen?
00:05:42: Es war gar nichts gesetzt.
00:05:43: unbedingt dass das auch stattfindet denn wie auch heute das rot um das Tempelhof verfällt ja auch viele Volksabstimmungen und ähnliche Begehren gibt.
00:05:52: Die Gemeinden Tempelhof und Neukölln hatten sich noch gegen eine Nutzung dieser Fläche als Flughafen ausgesprochen.
00:05:57: Und da gab es auch Gemeinderatsbeschlüsse zu.
00:06:01: Was war der Grund für die Ablehnung?
00:06:03: Ja, ich glaube der Hintergrund war dass man sich eigentlich da Sportstätten erholen, nahe Erholungsstätte.
00:06:09: Also das typische, also der typische Stadtkonflikt der wieder zu Tage tritt ja auch heute im Grunde eine Rolle spielt, dass da verschiedene Begehrlichkeiten aufeinander pralten und der Flughafen wird ja auch gebaut weil man auch im Osten des Flugfeldes dann diese Sportstädten gleichzeitig errichtet.
00:06:22: Man erkauft sich so ein bisschen die Zustimmung der Bedienerbevölkerung in dem man dort eine Vergnügungsstätte ... Volksbarkeisenheide anlegt.
00:06:29: aber auch diese Sportstätten im Osten.
00:06:31: Die gibt es heute nicht mehr, also weitgehend nicht mehr und man sieht da noch Spuren wenn man da am Osten vom Fühlfeld steht.
00:06:36: Und damit hat man sich dann die Zustimmung ein bisschen erkauft auch.
00:06:39: Nicht nur der Streit sozusagen um die Nutzung des Feldes ist hundert Jahre alt sondern auch die Lufthansa feiert ja in diesem Jahr ihr Hundertjähriges Jubiläum und aus diesem Anlass haben wie ich schon erwähnt habe sowohl wir als historische Kommissionen eine Tagung veranstaltet in dem Jahr Aber auch die Tempelhof GmbH hat eine neue Ausstellung eröffnet zur Frühphase der Lufthansa an ihrem ehemaligen Heimatflughafen.
00:07:04: Wie haben denn Tempelhof, der Ort und die Lufthanse zusammengefunden?
00:07:09: Ja das ist eine gute Frage!
00:07:10: Das gibt jetzt keine große Erzählung dahinter.
00:07:17: Man hat den Flughafen dort, Berlin ist die zentrale Stelle im deutschen Reich, der zentralen Verkehrsknotenpunkt auch schon zu dieser Zeit in Deutschland neben dem zwei, drei anderen größeren Flughäfen in Deutschland.
00:07:27: Und die Personen gründen ohne diese Lufthansa gezwungenermaßen in Berlin weil dort eben auch schon das einfach, dass die Infrastruktur vorherrscht und man hatte vor auch weiterhin diesen Flughafen auszubauen.
00:07:39: Man brauchte für die größte deutsche Luftfahrtsgesellschaft oder Verkehrsgesellschaft braucht man eben auch den größtmöglichen Flughaften des größten möglichen Platzes.
00:07:49: und sowieso kam es eigentlich zustande.
00:07:51: Und man war natürlich, und das vielleicht auch noch ganz wichtig.
00:07:53: Man war nahe eine Reichsregierung und am Start.
00:07:56: Das heißt alle Ministerien, alle wichtigen, die ja in die Lufthansa direkt mit hinein regieren konnten über den Aufsichtsrat.
00:08:01: Die saßen auch alle im Berlin.
00:08:03: Also kurze Dienstwege waren möglich.
00:08:05: Genau, Staat- und Lufthanse waren verknüpft aber auch Lufthaansa und das Militär.
00:08:09: Wir haben schon gesagt der Erste Weltkrieg also Militäre und Luftfahrt haben immer irgendwie eine besondere Bedeutung.
00:08:16: Welche Rolle spielte denn die Luffthansa sozusagen für die deutsche militärische Luftfahr?
00:08:20: Ja, das ist eine super komplexe Geschichte tatsächlich.
00:08:23: Ich versuche es aber möglichst kurz zu fassen.
00:08:26: Nach dem Ersten Weltkrieg muss man vielleicht vorweg schicken.
00:08:28: Gibt es strenge Auflagen für die deutsche Luftfahrt?
00:08:31: Es müssen alle Militärmaschinen vernichtet werden oder abgegeben werden.
00:08:35: Es dürfen nur noch Zivilflugzeuge mit bestimmten Maßen und Leistungseinheiten dürfen überhaupt noch fliegen.
00:08:41: Und für lange Zeit ist auch der deutsche Luftraum nicht mit den Deutschen zugeordnet sondern der gehört... Also Luftraum überhaupt wird erstmal definiert und gehört dann eben nicht erst mal in dem deutschen Reich sondern die Besatzungsmächten.
00:08:51: Und das ändert sich im Laufe der Zeit, denn in den neunzwartreien zwanzig beispielsweise wird möglich diesen Luftraum wieder selber zu bespielen.
00:08:57: dann begründen sich in dieser Zeit eben auch ganz viele Flughäfen und gleichzeitig wird auch der Bau von Zivilflugzeugen innerhalb Deutschlands wieder gestattet.
00:09:05: also muss dazu sagen alle großen Luftbauer alle deutschen Flugzeugbauer haben im Ausland bis dahin produziert und jeva in Italien zum Beispiel und Heinkel und Junkers haben in Skandinavien produziert.
00:09:15: Und das ist die eine Seite, warum diese militärische Bedeutung dann später in der Rolle spielen wird.
00:09:21: Weil militärisch darf man gar nichts bauen also militärisches komplett alles verboten.
00:09:25: es bleibt weiterhin verboten und Es ist auch auf lange Zeit nicht absehbar wann das wieder gelockert wird Auch die Ausbildung von Piloten.
00:09:32: Also fängt man an diese Ideen zu wälzen.
00:09:34: Eine Idee ist eben diese große Fluggesellschaft zugrunde Die Lufthansa Indirekt auch dieses sehr große Unternehmen zu verwenden, um das als Sonatexperimentierfeld für militärische Forschung im Bereich der Luftfahrt auch zu verwende.
00:09:48: Gleichzeitig soll die Lufthansa eben mehr Piloten ausbilden, als sie selber braucht – auch vor dem Hintergrund eines möglichst raschenden Aufbaus in einer Luftwaffe im Falle eines Krieges wenn man sich dann doch mal verteidigen hätte müssen.
00:09:59: Wichtig ist auch, alle die in einem Flugverkehr sind zu der Zeit.
00:10:02: Alle wichtigen Größen, alle diese Denkschriften produzieren wichtige Personen wie Erhard Milch oder Odette wie Junkers Piloten wie von Gabelens und so weiter.
00:10:10: Die hatten alle Erfahrungen aus dem ersten Weltkrieg mitgebracht.
00:10:13: Die waren Piloten im ersten Welt Krieg.
00:10:15: das heißt auch der Sekretär Reichsverkehrsminister Ernst Brandenburg war Luftwaffenpilot gewesen.
00:10:21: Und die bringen natürlich diese Erfahrung in den civilen Luftverkehr.
00:10:23: und gleichzeitig hoffen sie sich, aber diesen heimlichen Aufbau einer Luftwaffe parallel oder an diesen Bestimmungen des Versaillervertrages vorbei.
00:10:31: Das ist relativ komplex.
00:10:32: wie gesagt so und mal die ganze Geschichte.
00:10:35: es ist am Anfang tatsächlich gedacht als eine Verteidigungsstrategie.
00:10:38: also was is wenn wir doch noch einmal angegriffen werden dann haben wir ja nichts und da müssen wir möglichst schnell reagieren können.
00:10:43: später im Nationalsozialismus ändert sich das natürlich ganz schnell und dann wird auch die Luftwaffel bekannt gegeben ab neununddreißig.
00:10:50: Also erst versucht man quasi, ich sag mal Not oder Verbot
00:10:54: zu
00:10:54: umgehen zum Selbstschutz und dann letztendlich bauen die Nationalsozialisten darauf auf.
00:11:00: Und nutzen sozusagen die angefangenen Umgehungsversuche für ihre Zwecke so ein bisschen.
00:11:06: Ja genau das ist ja auch ganz schwierig!
00:11:08: Die Lufthansa hat in ihrem Vorstand mindestens zwei wichtige Personen sitzen Martin Wronski und er hat Milch der Besagte.
00:11:15: Er hat Milchs die schon ganz früh mit dem Nationalsocialismus lieb beugeln Und er hat Milchstritt schon seit neunundzwanzig in die Partei ein.
00:11:22: Hält das aber geheim?
00:11:22: Also auf Anraten von Göring, der sagt also Geheimen nützt es mehr wenn du quasi das nicht bekannt machst.
00:11:28: Da wird also von Anfang an schon die Nähe zu dieser Partei gesucht auch vor dem Hintergrund dass sie sozusagen das Versprechen einlösen könnten Wenn die mal in der Macht sind eine Luftwaffe aufzubauen einfach ganz klar und deutlich Dass man da auch eine Karriere machen kann bei denen.
00:11:40: Das heißt, da werden schon früh die ersten ja Weichen gestellt für etwas was dann erst ab neunzehnunddreien dreißig wirklich passiert oder ab neunsunddneunzehnten mit der offenen Bekanntgabe und der Luftwaffe.
00:11:50: Und deswegen ist diese Rolle der Lufthansa sehr schwierig.
00:11:53: also sie ist im staatlich kontrolliert.
00:11:57: Die Deutsche Bank hat sehr viel mitzureden in dem Unternehmen und Sie haben viele Leute die mit der NSTAP auch geliebt Eugen in hohen Positionen.
00:12:06: Nun hat das Tempelhof verfällt ja aber nicht nur sozusagen Verbindung zur Luftfahrt, sondern eben auch andere.
00:12:12: Es gab neben den Flughafengebäuden auch noch ein weiteres Gebäude was heute aber nicht mehr vorhanden ist deswegen auch schnell in Vergessenheit geraten ist nämlich das besagte sogenannte Columbia Haus also das KZ-Columbia.
00:12:26: Was war denn so das Besondere an diesem Lager?
00:12:28: Also gerade in der Frühphase des NS-Staats
00:12:31: Da würde ich gerne nochmal kurz einen Schritt zurück.
00:12:33: Also die Geschichte des Hauses beginnt tatsächlich auch mit dieser militärischen Nutzung, weil nämlich Ende des neunzehnten Jahrhunderts am Nordrand wird ein großer Komplex von Kasangebäuden und auch diese Militär-Errestanstalt errichtet.
00:12:45: Diese Kasangebäude stehen heute noch da ist glaube ich sogar die Kfz-Zulassungsstelle oder so.
00:12:49: das kennen glaube ich viele BerlinerInnen Und das ist da, was heute der Columbia-Damm ist.
00:12:55: Auf der anderen Straßenseite gegenüber wurde eine Militärarrestanstalt, die bestand aus einigen Zellen und ein paar Nebengebäuden.
00:13:06: Da gab es auch noch einen Beamtenwohnengebäude.
00:13:08: So ein ganzer Komplex und wirklich so ein ganz klassischer Gefängniszellenbau Und das wurde bis zur Zeit achtzend als Militärgefängnis genutzt.
00:13:16: und dann ist es während der Weihmobilik in den zwanziger Jahren, ist es das Strafgefängnistempelhof.
00:13:22: Und wann genau die Nutzung endete?
00:13:25: Das ist tatsächlich nicht mehr nachzuvollziehen!
00:13:27: Die Bauakten des Gebäudes sind leider nicht überliefert... ...und in nineteenhundertdreiunddreißig steht es sehr wahrscheinlich leer und im Frühjahr neunzehnhundert dreiund dreißig beginnt an die SS politische Gefangene dorthin zu verschleppen.
00:13:40: Das hat damit zu tun, dass es ja sehr früh nach dem dreißigsten Januar, neunzehn, dreiunddreißig zu großen Verhaftungswellen kommen.
00:13:47: Vor allem dann auch nach dem Reistagsbrand und das Hausgefängnis des Geheimstaatspolizeiamtes also die Zentrale der präussischen Gestapo in der Prinz-Eilbrechtsstraße heute topografie des Terrors an den Niederkirchener Straße.
00:13:59: Die haben ein Hausgefänger und das ist sehr schnell überfüllt.
00:14:02: man bringt auch noch sogenannte Schutzhaft gefangene.
00:14:05: ich mache jetzt Anführungsstriche in die Luft Gefängnis Spandau, was ja auch im Zentral, also einen Regelvollzug sozusagen gewesen ist und man braucht einfach ein Ort wo man die Leute inhaftiert.
00:14:16: Also beginnt die SS dort gefangene hinzubringen in dieses leer stehende Gebäude.
00:14:21: Es gibt eine sehr enge Anbindung an das Geheimstaatspolizei-Amt, die lässt sich tatsächlich nachweisen.
00:14:26: Seit Herbst, und es ist aber davon auszugehen, dass es auch schon früher bestanden hat.
00:14:32: Es gibt auch Berichte von Häftlingen, dass so im Frühsommer im Juni, im Jahr neunzehntreinund dreißig Rudolf Dietz der damitlige Leiter des Gestapas da vor Ort gewesen ist.
00:14:41: Er selber hatte ja in seiner Autobiografie, die er nach dem Krieg geschrieben hat immer gesagt mit dem Kolumbia Haus hatte ich nichts zu tun.
00:14:47: Das war die Sphäre der SS.
00:14:49: Das ist Nachweislich falsch.
00:14:50: Leider immer wieder übernommen worden von Historikern, aber nachweislich falsche.
00:14:55: Und das wird also dann im Herbst dem Gestapo unterstellt des Columbia-Haus und damit systematisiert sich auch die Inhaftierungspraxis.
00:15:04: Es ist erst mal ein Gestapo Gefängnis.
00:15:06: Es ist zunächst kein Konzentrationslager.
00:15:09: Ich würde es immer als Untersuchungsgefängnis der Preußischen Gestapo bezeichnen weil man sehen kann dass Gestapo-Leute dorthin bringen lässt, von denen sie noch was will.
00:15:21: Von den sie noch Informationen haben will.
00:15:23: es gibt für zumindest für die Jahre thirty fünf und dreißig und sechsunddreißig überlieferte Transportbegleitscheine.
00:15:29: Die Linke Bundesarchiv da kann man das auch sehen.
00:15:31: Die werden angefordert zum Verhöhr im Geheimstaatspolizeiamt und werden dann morgens hingebracht und abends wieder zurück ins Kolumbierhaus.
00:15:38: Und das ist schon also der Charakter trifft es glaube ich sehr gut.
00:15:42: Und dann kommt es ja zur ganzen Umstrukturierung des Systems der Konzentrationslager, nachdem Heinrich Himmler und Reinhard Heydrich die präustische Gestapo übernommen haben.
00:15:53: Die Inspektion der Konzentrationslagers wird eingerichtet.
00:15:57: Es werden viele SA-Lager aufgelöst und das soll halt einfach umstrukturiert werden.
00:16:01: Damit wird das Kolumbiahaus zum Jahreswechsel, auch ein Konzentrationslager mit dem Offiziennamen KL Columbia.
00:16:10: in Die Struktur ändert sich allerdings nicht so viel.
00:16:14: Wir haben es sowieso schon unter der Bewachung der SS, das heißt da müssen keine Veränderungen vorgenommen werden und es gibt halt diese Konstruktion des Zellenbaus.
00:16:23: daran ändert sie ja auch nichts.
00:16:25: also die gibt es natürlich andere Strukturen als jetzt in einer Barakenlager zum Beispiel genau und als Konzentrationslage aber immer noch mit dieser Doppelfunktion als Untersuchungsgefängnis des Starpa bleibt es dann bestehen bis November.
00:16:38: neunzigzechsunddreißig
00:16:40: Kurze Zwischenfrage.
00:16:41: Der Name Columbia Haus, woher kommt der?
00:16:44: Das ist nicht mehr nachzuverziehen.
00:16:45: also die Columbia der Columbia Dam.
00:16:47: das hat ja was mit diesem transatlantikflug der miss columbia zu tun wobei ich auch mal gehört habe dass es wohl gar nicht stimmt dass sie nach dem transatlantic flug direkt dort gelandet ist sondern eigentlich in london zwischengelandet.
00:16:58: aber deswegen heißen da so viele Dinge Columbia.
00:17:01: wann aber das gefängnis in Columbia Haus benannt wurde das ist tatsächlich nicht mehr noch zu verziehen.
00:17:07: Aber im offiziellen schriftverkehr ist auch immer
00:17:10: Ja, auch in der Frühphase wird das schon als Kolumbiahaus bezeichnet.
00:17:13: Jetzt
00:17:14: haben wir diese Doppelfunktion sozusagen also Gestapo-Gefängnis und KZ, der SS unterstellt.
00:17:20: Wer wurde denn da untergebracht?
00:17:22: Also Sie haben schon gesagt es sind Leute die die Gestapo einfach noch wieder braucht zu verhören.
00:17:26: Welche Art von Gefangenen aus NS Sicht ist darunter gebracht?
00:17:31: Das ist tatsächlich sehr spannend, sich anzuschauen beim Columbia-Haus.
00:17:34: Wir haben am Anfang vor allem kommunistische Häftlinge aber auch andere sogenannte Linke, Sozialdemokraten und Gewerkschafter.
00:17:41: Also erst mal die, die expliziten Feinde des Systems sind oder das System als solche definiert.
00:17:48: Und dann kommt es aber zu einer sehr interessanten Ausweitung derjenigen, die da inhaftiert sind.
00:17:59: Also ich würde mal sagen, die Gestapo oder das Gestapar in dem Fall wesentlich ja auch politisch.
00:18:05: positionieren und bestimmte Dinge durchsetzen.
00:18:08: Und es kommt ja in den ersten Jahren des Nationalsozialismus zu einer Ausweitung des Gegnerbegriffs, was auch durch Artikel unterlegt wird von Werner Best zum Beispiel und was tatsächlich ihre Macht auch stärken soll im System.
00:18:21: Das heißt wir haben am Anfang – das zieht sich natürlich durch – die gesamte Zeit des Bestehens haben politische Häftlinge für viele Kommunisten Sozialdemokraten, die Werkstoffe bleiben bleibt.
00:18:32: Aber es kommen plötzlich auch Zeugen Jehovas werden dort inhaftiert, die sich ja dem Regime entgegenstellen.
00:18:39: Künstler!
00:18:40: Wir haben geistliche Bekennende Kirche, Fahrer der bekannten Kirche... Viele Juden werden auch inhaftiert.
00:18:46: Das ist einerseits, gibt es natürlich kommunistische Juden oder solche die wegen politischer Aktivitäten inhaftirt sind aber das kommt doch zu dezidiert antisemitischen Inhaftierung.
00:18:55: zum Beispiel der bekannter Rabbina Leo Beck ist dort inhaftierend nachdem er sich neunzehntfünfunddreißig eine nach dem er eine Predigt verschickt hat an die Synagogen die sich gegen die Nürnberger Gesetze also immer noch sehr verklausuliert aber die daran Kritik üben und dafür wird er sozusagen auch im Kolumbairhaus inhaftieren um ihn in seine Schranke zu weisen und natürlich Widerstand im Keim zu ersticken.
00:19:17: Und dann gibt es tatsächlich einen großen Wandel in der Erinnerwterungspraxis, und zwar beginnt die Gestapo Ende hier ganz stark schwule Männer in Berlin zu verfolgen.
00:19:27: Das hat auch einen politischen Sinn weil die Gestapu möchte eine Verschärfung des Paragraphs Hundert-Fünfund-Siebzig und macht einfach den politischen Druck, indem sie eine Aufgabe übernehmen, die eigentlich der Kriminalpolizei unterliegt.
00:19:39: Es stand ja sowieso unter Strafe Aber sie fängt an, Riesenratzchen zu machen in bekannten Schulen-Treffs in Berlin.
00:19:46: Und für das Jahr neunzehnundundunddreißig habe ich schon gesagt es gibt diese Transportbegleitscheine.
00:19:50: da ist auch immer das zuständige Dezernat des Gestapes vermerkt dass die Inhaftierung veranderst hat und da konnte ich durch die Auswertung der vermutlich fast vollständig vorliegenden Transportscheine zeigen Das wird tatsächlich dann neunzentunddunddrußig mehr als homosexuelle Männerverfolgte im Columbia Haus haben als politisch Verfolgte Und das ist etwas, was auch tatsächlich bis heute nicht genug aufgearbeitet ist.
00:20:13: Es ist auch sehr schwierig die Verfolgung von homosexuellen Männern zu erforschen weil sie ja einfach nach nünzten und vierzig nicht offen darüber sprechen konnten.
00:20:22: Das ist aber immer noch ein großer Blinderfleck in der Erforschung des Columbia Hauses definitiv.
00:20:27: Das war auch so'n bisschen eines der besonderen Merkmale des Columbia Houses also diese
00:20:34: Ja, definitiv.
00:20:35: Und auch da sehen wir... Also es gab ja ein weiteres Lager wo viele Homosexuelle hin gebracht wurden.
00:20:41: Das war das KZ Lichtenburg und wir sehen aber dass tatsächlich die Männer, die als HomoseXuell im Kolumnhaus inhaftiert sind oft zu verhören ins Gestapo gebracht werden und das lässt sich der Literatur entnehmen und den wenigen Berichten überliefert sind.
00:20:57: Die Gestapo wollte einfach weitere Sexualpartner, die Leute einen weiteren Namen haben um weitere Männer zu inhaftieren.
00:21:03: Um da den Verfolgungsdruck deutlich zu erhöhen.
00:21:06: Gab es bei dieser Doppelfunktion also Konkurrenz?
00:21:09: Bei den Verhaftungen gab's Rangeline und wie kam das... Nein gar nicht!
00:21:12: Weil diese Doppifunktion wurde ja beide durchs Gestapo ausgeübt.
00:21:16: Also das war ja sozusagen in der Verwaltung des Gestapes.
00:21:19: Die IKL war dann auch im Gestapo unterstellt.
00:21:25: Ich hatte es ja ganz am Anfang schon kurz erwähnt.
00:21:27: Es ist das einzige vollwertige Konstruktionslager, dass je auf Berliner Boden bestanden hat.
00:21:33: War das einfach nur weil da gerade wirklich das Gebäude leer stand oder gab's auch einen besonderen Grund warum sozusagen das da im Herzen von Berlin eingerichtet wurde?
00:21:43: Also ich vermute, dass es tatsächlich eine pragmatische Entscheidung gewesen ist, weil man da ein leer stehendes Gebäudee hatte.
00:21:50: Deswegen hat man tatsächlich dann im Juni, in den letzten Jahren, mit ziemlich umfangreichen Bauarbeiten begonnen.
00:21:56: Das ist auch genau diese Geschichte, worauf die jetzt wohl da gewesen ist zur Begutachtung und es gibt Häftlingsberichte, wonach also die ganzen sanitären Anlagen müssen im sehr schlechten Zustand gewesen sein und wo richtig umfangreiche Bauarbeiten dann begonnen haben, um es offensichtlich für die weitere Nutzungen halt erst mal zu sichern.
00:22:14: Wie weit damals schon Planungen für den Flughafenbau waren, weiß ich tatsächlich nicht.
00:22:19: Aber in deiner Zeit hat man sich erst entschieden, wir nutzen das weiter und es ist ja für ein Auto eine Viertelstunde bis zum Geheimstaatspolizei.
00:22:31: Das war natürlich schön nah gelegen.
00:22:33: Trotzdem war's nicht wirklich im Herzen von Berlin.
00:22:36: Es war eher ne Randlage.
00:22:38: Es gibt aber auch dieses Wohngebiet.
00:22:42: Die Gestapo hat ganz lange versucht, die Existenz des Kolumbierhauses geheim zu halten.
00:22:48: Also im Gegensatz zu anderen frühen Konzentrationslangen zum Beispiel in Brandenburg aber auch zur Dachau
00:22:53: z.B.,
00:22:53: da gab es immer mal Berichte in der Presse weil ja Konzentrationslage auch diese Doppelfunktion hatten das sozusagen bestrafend aber auch Abschreckungen der Abschreckung.
00:23:02: Das haben wir beim Kolumbia Haus wirklich nicht.
00:23:03: Es gibt genau einen Artikel in der SS-Zeitschrift des Schwarze Chor Da kommt es mal vor.
00:23:08: Ansonsten kam das nicht vor und alle Häftlinge mussten auch bei der Entlassung unterschreiben, dass sie darüber schweigen.
00:23:15: Und ich hatte ja auch im Zuge der Tagungen nochmal nachgeschaut welche Verbindung kann ich jetzt eigentlich auch finden zum Flughafen?
00:23:22: Und habe genau ein Zitat gefunden von einem Häftlingen, der sagt Ich bin dahin gebracht worden und ich hab immer den Fluglamm gehört.
00:23:29: Ich wusste also wo ich eigentlich sein müsste aber ich hatte keine Ahnung was da irgendwie eine Haftanstalt ist in Gefängnis.
00:23:36: Später spricht es sich rum, also sowohl unter den kommunistischen Häftlingen.
00:23:40: Da wurde es Columbia Hölle genannt aber auch unter den Homosexuellen da wurde es Kolumbia Diele genannt.
00:23:45: Da ist es dann bekannt und man darf ja auch nicht vergessen die Wachmannschaften waren in Oranienburg stationiert.
00:23:51: das heißt man hat davon gibt sogar Fotos im Album des ehemaligen Kommandanten Karl Koch.
00:23:57: Also die Rückenheit ab und an!
00:23:58: Die sind wohl bis zum Nordbahnhof gelaufen Und das ist natürlich sehr sichtbar.
00:24:04: Und was man auch weiß, es gab eine relativ spektakuläre Flucht.
00:24:07: In den zweiunddreißig aus dem Kolumbiahaus und da gibt's einen sehr ausführlichen Bericht das ein Wachmann gemeinsam mit Zwerheftlingen geflohen und er beschreibt dann dass er um Zeit rumzubringen da in irgendeine Kneipe geht.
00:24:18: zwischendurch und dann dachte ich damals auch zum ersten Mal her stimmt die SS Männer werden ja garantiert auch die Kneippen da frequentiert haben und natürlich kann es da kein Geheimnis irgendwann gewesen sein.
00:24:28: aber man muss schon sagen im Vergleich zu anderen Lagern haben sie versucht wirklich geheim zu halten.
00:24:33: Ich kann auch sagen, dass der Flughafenbau in der Weise auf jeden Fall noch nicht geplant war, ne?
00:24:38: Also da gab es jetzt noch keine Entwürfe, dass das mal sich über Lagarde oder überschneiden könnte.
00:24:41: Und sofern passt das schon ganz gut in es.
00:24:44: Das Bild ist einfach eine ehemalige Arrestanstalt die man zur Verfügung hatte und die man dann dafür nutzen konnte.
00:24:50: Genau dieser Großbau, Groß Neubau sozusagen erfolgte dann im ersten Jahrzehntsechsunddreißig und war ja dann letztendlich auch der Grund warum das Kolumbia Haus aufgelöst wurde um eben Platz zu schaffen für diese neuen Gebäude Aber die Häftlinge waren ja trotzdem noch da, also was geschah mit denen?
00:25:07: oder wie war sozusagen die Nachwirkung dieses Hauses?
00:25:10: Also das Nachfolgelager des Kolumbia-Hauses ist Sachsenhausen.
00:25:14: Die Auflösung des Kolombiehauses steht natürlich in direkten Zusammenhang mit dem Neubau.
00:25:18: Ich kann mir vorstellen dass man es vielleicht gerne als Untersuchungsgefängnis behalten hätte oder als Gesapo-Gefängnis aber an sich war man sowieso dabei das ganze System der Konzentrationslage überhaupt nach dem Dachauer Modell umzustrukturieren.
00:25:31: Und da war natürlich klar, man braucht ein großes Lager für Berlin außerhalb von Berlin was man ja dann in Oranienburg errichtet hat und wir wissen das Häftlinge aus dem Kolumbia Haus an diesen Entwurfszeichnungen beteiligt gewesen sind für Sachsenhausen und auch eingesetzt wurden, um dort die ersten Bracken zu errichten.
00:25:50: Und Sachsenhausens ist nicht nur das Nachfolgelager fürs Kolumbias Haus sondern auch für das Katzadesterwegen und es gibt unterschiedliche.
00:25:59: Also ich glaube, wir haben am Ende sowieso eine geringere Belegungszahl im Kolumbiaus.
00:26:04: Die waren mich teilweise – also ich habe ja schon gesagt – zu hundertsechsten Fünfzig Eins erzählen.
00:26:07: Wir haben eine Belegung mit bis zu vierhundertfünfzig Männern und die waren natürlich also stark überbelegt.
00:26:14: Das nimmt dann ab, sechsunddreißig weil man offenbar schon die Planung dann irgendwann hatte.
00:26:18: das muss wir müssen schließen Und im Teil ist tatsächlich entlassen worden.
00:26:22: Also ich hab Häftlinge gefunden, die sind dann Anfang November neunzehnt sechsten dreißig entlassen wurden und ein Teil ist nach Sachsenhausen überstellt worden.
00:26:29: In Sachsenhause errichtet man ja auch den Zellenbau.
00:26:32: Der Zellenbauer hat wiederum diese Doppelfunktion.
00:26:36: Das ist so was wie das Gestapo-Gefängnis im Konzentrationsnager.
00:26:40: Und das ist der eigentliche Nachfolgebau für das Kolumbia Haus.
00:26:46: bleiben Spuren, die man tatsächlich sehen kann noch im Lage-System.
00:26:50: Ja und genau was auch ganz wichtig ist es eben Kolumbia Haus.
00:26:54: das betrifft nicht nur aus Kolumbias Haus ich würde sagen es betrifgt auf jeden Fall auch des KZ Dachau und auch das KZ Lichtenburg.
00:27:00: Es war ein Ausbildungslager für die zukünftigen Wachmannschaften.
00:27:03: Das sieht man auch in vielen Biografien Auch von dortigen Kommandanten Die später zum Beispiel Auschwitz das Stammlager kommandiert haben oder Maidanek.
00:27:12: Und es wurde viel auch ausprobiert, was sich in der Praxis der Konzentrationslager später durchgesetzt hat.
00:27:18: Zum Beispiel findet man in fast allen Häftlingsberichten aus dem Columbia-Haus dieses Mishandeln durch Sport und das wird tatsächlich systematisch übernommen auch in die spätere Konzentrationslage.
00:27:30: Man kann auf dieser Frühphase sehr viel ablesen für das späte System der Konzentrationslage.
00:27:37: Kommen wir vom Ende des Columbia Hauses wieder zum Anfang des neuen Flughafens, sixunddreißig beginnendes großen Neubaus.
00:27:46: Was war denn der Grund?
00:27:47: Also warum wurde sozusagen entschieden wir brauchen einen größeren Flughafen in Templow?
00:27:52: Ja das könnte man jetzt ganz banal beantworten weil der alte zu klein geworden ist und das gilt auch für die NS-Zeit.
00:27:58: Vielleicht ist es gar nicht so sehr die spannende Frage sondern die Frage wie haben sich die Leute das dann konkret vorgestellt?
00:28:04: im NS Start also was sollte?
00:28:06: ein neues Flughavenbauprojekt?
00:28:08: Das war ja eines der ersten Gebäude in Berlin nach dem Reichslufffahrtministerium, das auch schon der Architekt-Sagebill entworfen hatte.
00:28:18: Wo man diese neue Architek-Tour, die sich in der NS Zeit zu etablieren suchte und wiederfinden konnte.
00:28:24: Der Hintergrund für den Bau war ganz banal.
00:28:28: so wie man die Entwicklung des Fliegens sah und auch des Luftverkehrs weltweit würde dieser Flughafen, der alte Flughafe, an der Luftflughafenstraße der Verlängerten befunden hat.
00:28:39: In der Mitte im Tempeloverfeld würde man heute sagen, er würde auf Dauer zu klein werden.
00:28:43: Man würde diese Kapazität nicht mehr fassen.
00:28:45: also man hat so Entwicklungen gemutmaßt von bis zu in den Mitte der dreißiger Jahre, achtendreißig, so von bis du dreihundert vierhunderttausend Fluggästen pro Jahr und das hätte dieser Flughaft nicht mehr geschafft.
00:28:56: ganz banal.
00:28:57: Und dann hat man überlegt, wo man diesen Bau hinsetzen könnte um diesen alten Flughafen auch nicht abreißen zu müssen.
00:29:03: Hat man lieber sich diese Stelle da am Norden ausgesucht, da jetzt Platz der Luftbrücke eben und hat dann auch in Kauf genommen dass dafür auch einiges weggerissen werden musste.
00:29:11: Auch etwas was dem NS System direkt gedient hat wie das eben schon ausführlich genannte KZ.
00:29:16: Columbia aber eben auch das Fußballschaden was es dort oben einmal gab mit dem Zehntausende Fußballspiele schauen konnten.
00:29:22: Das musste auch einmal komplett abgerissen werden, das ist quasi am Platz dran gewesen.
00:29:26: so an Kolumbia Damso vom Kolumbium ausgehen nach Süden-Ecke Templofa Damso da hat das ungefähr sich befunden.
00:29:32: Und dann hat man diesen Entwurf gemacht und Hitler hat natürlich eine große Idee wieder gehabt.
00:29:36: Das ist noch in der Zeit geplant, bevor Speer dann der Generalbauinspektor wird oder auch für die Stadt Berlin eben die Hauptaufgabe übernimmt.
00:29:43: Er sagte dem damaligen Chef der Berliner Flughafengesellschaft Rudolf Bettke übrigens auch ein alter Name zu dieser Zeit schon im Weimar Republik war er der Leiter.
00:29:53: Der Flughafen Tempelhof müsste der schönste und größte der Welt werden.
00:29:56: So ganz banal erstmal!
00:29:58: Also das passt so insgesamt als Gebäude in diese Gesamtvorstellungen von der Umgestaltung, der Berliner oder der Reichshauptstadt.
00:30:05: Ja also dieses Gamania-Projekt im Kleinen schon mal angedacht.
00:30:08: Es sollte sich ein bisschen mit dieser Nord-Süd-Achse dann auch noch verhalten.
00:30:11: Das ist aber ganz spannend!
00:30:12: Es gibt immer wieder den Konflikt zwischen Speer und Sagebiel.
00:30:16: Sie kommen in einen Konflik, weil diese Nord- Südachse die ist so schön gedacht und dann steht dieser Flughafen so hässlich an einer Seite, so schräg angeschrägt, ist er dann so seitlich dabei und Speer ist auch kein großer Freund davon.
00:30:26: Dennoch Hitler, wie ich sage großer Freund und er sagt also er begründet es auch damit dass er sehr viel geflogen hat in den Wahlkämpfen.
00:30:33: Auch über die Reishauptstadt.
00:30:34: dann dementsprechend und er begrüßt das damit dass wenn man über die reishauptstadt fliegt man kaum repräsentative gräude sieht als er nennt nur kahrstadt.
00:30:41: Also Kahrstadt sehe man ja so wunderbar und das ist ein gebäude was sie zeigen lassen kann.
00:30:45: aber ansonsten zitiere ihn jetzt mal empfinde erst als eine schmach dass wenn ihr dann in die stadt führe die städtischen gebäute und ministerien gegenüber solchen bauten den dürftigsten eindruck machte.
00:30:55: Also die Idee ist tatsächlich repräsentative, tolle Gebäude, die von oben super aussehen.
00:31:00: Sie sollten aber eben nicht und das ist das Gegenmodell zu der amerikanischen Skyline.
00:31:04: Sie sollte keine Hochhäuser sein oder so.
00:31:07: Diese Idee des vertikalen Bauens hat Hitler gestrickt abgelehnt.
00:31:11: So wird dieser Flughafen dann gebaut.
00:31:13: Er hatte eine ganz eigentümliche Form diese Rundung.
00:31:15: Das liegt da einfach nur an einem einzigen Grund dass es einen Flugstadion auch gleichzeitig sein sollte.
00:31:19: witzigerweise also Flugstadien heißt man führt Zehntausende Menschen auf das Dach.
00:31:26: Da wären Plätze gewesen zum Sitzen und dann hätte man dort Flugschauen beobachten können, sehr komfortabel vom Dach dieses neuen Flughafengebäudes aus.
00:31:33: Das ist sozusagen im Grunde die Idee dieser Rundung einfach auch weil es so eine Art Flug-Sportstätte oder auch zur Präsentation der Luftwaffe hätte sein sollen.
00:31:41: Das sind ja Grund für diesen Neubau auch.
00:31:43: Ja also das ist noch in einer Zeit gebaut.
00:31:44: ich sage immer diese Flughafe ist ein ganz eigentümlicher Zwitter oder so ein Brückentier nennt sich manchmal auch wie so der Archieopterex zwischen dem alten Fliegen und dem neuen.
00:31:53: Also er nimmt schon die Erwägung des modernen Fliegens vorweg, ist relativ modern auch in der Trennung von Fracht- und Passagierwegen.
00:32:01: Gleichzeitig ist sie ja im Grunde schon beim Bauen eigentlich zu klein für die Flugzeuge, die schon wenige Jahre später dort erscheinen auf dem Flugfeld.
00:32:08: Und damit hat er so eine ganz eintimische Zwitterrolle.
00:32:12: Auch diese Idee dieser Flugschauern ist nicht komplett weg.
00:32:14: Sie bleibt sehr lange aber sie ist nicht mehr so dramatisch wie noch in den zwanziger und dreißiger Jahren wo das fliegen ja auch noch so ne Neuigkeit war und natürlich auch entsprechende Menschenmengen immer anzugt.
00:32:23: Genau, also so könnte man das vielleicht zusammenführen.
00:32:25: Geplant waren sechs Millionen Personen pro Jahr dieses Abfertigen sollte.
00:32:29: Das hat er tatsächlich erreicht aber erst in den sechziger Jahren oder auch nur ein Jahr mein ich.
00:32:35: Also das ist schon ganz spannend.
00:32:36: als Flughafen wird der dann auch nie genutzt.
00:32:38: das will ich auch noch vor wegschieben.
00:32:39: Dieser Flughafen wird von den Nationalsozialisten als Gebäude nicht als Flughaften benutzt, sondern immer als Rüstungsfabrik.
00:32:45: Man stellt ihn halt nicht fertig und das heißt dass normale Fliegen findet weiterhin über den Altenflughafen, den Weimarer, diesen neuen Sachlichkeitbau der da eben stand, über den findet es weitgehend immer noch statt bis zum Ende des Krieges.
00:32:57: Aber die nächste größte Änderung ist dann tatsächlich neununddreißter Kriegsausbruch.
00:33:00: Der Auswirkungen hat auf diesen Nicht-Flughaven sozusagen, der dann anders genutzt wird.
00:33:05: also wie entwickelte sich der Flughafe dann im Krieg?
00:33:08: Ja, genau.
00:33:09: Also der Flughafen ist ja nicht wie gesagt erst nicht fertiggestellt das heißt man kann den regulären Flugbetrieb noch nicht machen.
00:33:14: Man baut währenddessen auch noch an dem Flughaven dann deutlich langsamer.
00:33:17: also er wird am Anfang relativ schnell gebaut weil auch das Reich da einfach über die Mittel verfügt und die Arbeitskräfte dementsprechend dahin schieben konnte auch nur unter den deutschen Arbeiter.
00:33:26: Das ändert sich dann durch die anderen Notwendigkeiten so dass dieser Flughafen nicht fertiggestellt wird.
00:33:31: Und dann wird schnell klar, der alte Flughafe, der wird kurz mal ausgesetzt im Flugbetrieb während des Polen-Feldzuges das sogenannten also Anführungszeichen Dann wird es über Rangsdorf abgewickelt, dass zivile Fliegen kommt aber auch wieder sofort danach zurück und während der anderen Feldzüge Frankreich Russland usw.
00:33:48: fliegt man ganz regulär wieder dort.
00:33:50: Das Fliegen nimmt nur ab insgesamt die Lufthansa verliert immer mehr Flugstrecken, dass das Flugnetz schrumpft.
00:33:55: Und dieser alte Flughafen hat auch zum Fliegerhorst.
00:33:59: Das war ja vorher schon, aber es ist richtig mit einer Fliegerkommandatur.
00:34:02: Es gibt mehrere Geschwader und das Behälfsgeschwader der Lufthansa, was dort fliegt beim Polen-Feldzug mithilft aktiv.
00:34:08: also da fliegen die Lufthansemaschinen quasi Truppen und Material.
00:34:11: Und es gibt auch die sogenannte Regierungsstaffel dort, die Flugstaffeln des Führers und seiner Getreuen.
00:34:17: Also eine Art Flugbereitschaft würde man heute sagen oder so wie die Air Force One.
00:34:21: Da hatten wir mehrere Flugzeuge im Flugpark gehabt.
00:34:23: Also diese gesamte Feld, was eine sehr starke Zivilisierung erfahren hat während der Weimarer Zeit.
00:34:28: Kann man ja sagen also da wo fast kaum noch Militär sich auf diesem Feld befunden hatte auch keine Militärabübung oder irgendwas in der Form noch stattgefunden haben wird wieder remilitarisiert in dieser Zeit und das bleibt ja letztendlich bis die Amerikaner abziehen auch noch so bestehen.
00:34:42: Also kann man sagen dass der gesamte Bereich mehr militärische Geschichte wahrscheinlich als es diese zivile Geschichte hat ohne Militäre genau.
00:34:50: Und das ist vielleicht noch als kleiner Punkt.
00:34:53: Die Frage ist immer, ist es damit ein Angriffspunkt für den späteren Bombenkrieg?
00:35:00: Also es ist ja Luftfahrtindustrie im Grunde auch.
00:35:02: Es ist Rüstungsindustrie.
00:35:04: Es gibt einen Luftwaffenstützpunkt.
00:35:06: Da gibt es durchaus wieder strebende Meinung zu wie sehr das in dieser Le Bomba-Strategie von Arthur Harris
00:35:11: z.B.,
00:35:12: der von der Royal Air Force mit drin war.
00:35:13: klar ist dass es gab eine klare Strategie von einer Royal Air force die Luftfahrtsindustrie kaputt zu machen und es gibt die Directive Point Blank, die das bestimmt.
00:35:22: Interessanterweise wird aber nur der alte Flughafen massiv zerstört.
00:35:25: Also er ist quasi bis zu in den Grund und Boden gebompt, kann man am Ende sagen.
00:35:28: Da steht nichts mehr am Ende während das eigentümliche Neugebäude relativ wenig Schäden genommen hat.
00:35:35: Ich würde nicht den Schluss ziehen dass es absichtlich verschont wird.
00:35:38: Es hat eine Priorität trotzdem im Bombenprogramm der britischen zumindest die britische Nachtangriffe schwierig aber zu beantworten.
00:35:45: am Ende.
00:35:45: also wie militärisch wurde es auch wahrgenommen von einer anderen Seite.
00:35:48: Das ist vielleicht ein interessantes Punkt hier.
00:35:49: Offenbar hatte es Gebäude Glück gehabt oder tatsächlich gab es wenig Interesse daran, dieses Gebäude konkret zu zerstören.
00:35:56: Dazu gibt's aber derzeit keine genauen Quellen.
00:35:59: Übersehen wurden.
00:36:00: Konzertsmitzigheit nicht?
00:36:02: Das
00:36:02: sollte ja.
00:36:04: Ich nehme an das ist richtig.
00:36:05: Ja, also man hat auch Luftbilder wo so eine Art Tarn-Gebäude auf dem Vorfeld des Flughafengebäudes stehen.
00:36:13: Andererseits waren natürlich die Zwangsarbeiterlager von oben auch zu sehen deutlich.
00:36:17: Diese großen Zwangserbeiterlage am Ost und am Südende dieses Flughafens, wenn man den Bogen so mitdenkt... ...und auch am alten Flughafen gab es ja Zwangssarbeiterlage.
00:36:25: Also das ist schwierig zu beantworten tatsächlich!
00:36:28: Aber zu übersehen war sicherlich nicht.
00:36:29: Auch die Zwanksarbeiter lager nicht.
00:36:31: Genau Stichwort Zwangszarbeit.
00:36:33: Zwangsharbeiter wurden dort eingesetzt.
00:36:35: Und zwar von der Lufthansa, die eben dort auch mitmischte haben wir schon an einigen Punkten gehört.
00:36:40: In welchem Umfang wurde denn, also kann man das soweit noch nachvollziehen?
00:36:44: Und vor allen Dingen, wer waren auch diese Zwangsarbeiter und Zwangserbeiterinnen.
00:36:48: Ja, das ist speziell!
00:36:49: Es gibt jetzt zwei große Firmen die dort ansächtig sind.
00:36:52: Das ist die Lufthansa zum einen mit einem etwas kleineren Betrieb und dann gibt es noch die sogenannte WESA-Flug GmbH, die etwas größer im Betrieb dort hatte Die dort auch Kampfflugzeuge baute und zusammengenommen sind da vielleicht... Kann man das vielleicht von tausendfünfhundert bis zweitausend Zwangsarbeitern in diesen Zwangsarbeiterlagern ausgehen?
00:37:09: Die müssen nicht zwangsläufig alle dort gearbeitet haben, die waren im Zweifel auch woanders eingesetzt und sind dann nur in diese Lage gekommen weil da noch Platz war.
00:37:16: Oder umgekehrt manche der Zwangsarbeiter wohnten woanders und kamen dann dorthin.
00:37:19: Das ist so ein bisschen vielleicht dahintergrund.
00:37:21: das ist ungefähr die grobe Zahl des Problemes für die Lufthansa besteht darin dass man nur schätzen kann etwa wie viele in Tempelhof eingestellt waren.
00:37:28: Das waren circa vierhundertzwanzig zu Hochzeit neunzehnundvierzig, die jetzt in Tempelhof für die Lufthanzer gearbeitet haben zu Vierhundertzwanzig-Zwangs-Arbeiter Und dann pendelt sich die Zahl also um die VierHundert immer so ein Und das ist nur interessant insgesamt, wie viele es dann da waren.
00:37:41: Das ist schwer nachvollziehbar weil wir einfach nicht wissen oft die Namen dieser Leute.
00:37:47: gerade diese Akten sind verbrannt oder sind zerstört worden oder verschwunden also genau die von diesem Standpunkt.
00:37:51: Wir wissen von Böblingen und von Schgoyditz wo die Lufthansa auch große Werkstättenbetriebe mit Zwangsarbeit betrieben hat innerhalb des Reiches.
00:37:58: Da gab es solche Listen noch, da sehen wir sehr viele Ostarbeiter, polnische Arbeiter.
00:38:03: Wir sind in Ukraine, Russen Kriegsgefangene aber auch Westarbeiter sind damit in Holländer, Franzosen, Belgien.
00:38:09: einige Italiener arbeiten auch in diesen Lagern und vielleicht ganz wichtig das hat Lutz Boudras rausgefunden.
00:38:16: Es waren etwa neunundsechzig Zwangsarbeiter Deutsche Juden für die Lufthansa im Tempelhof Von denen wir leider gar keinen einzigen Namen haben, also wissen diese Menschen gar nichts.
00:38:25: Wir wissen es sollte diesen Juden-Abort geben als gibt den noch auf Zeichnungen und den Planungszeichenung.
00:38:30: Den soll das geben.
00:38:31: ob sie ihn wirklich gegeben hat oder nicht, sei da hingestellt aber er war geplant.
00:38:35: Und diese neunundsechzig jüdischen Zwangsarbeiter werden schon neunzehn zweinviert sich sämtlich deportiert.
00:38:41: Das Problem ist natürlich wenn man dann die Namen nicht hat kann man nicht nachvollziehen.
00:38:43: Also wo sind die denn gelandet?
00:38:44: Haben die überlebt?
00:38:45: vielleicht sogar oder so.
00:38:46: Ich weiß jetzt, dass die Lufthansa aktuell eine Studie fördert, die Manfred Krieger bearbeiten wird.
00:38:51: Der Unternehmenshistoriker, der auch bei Volkswagen gearbeitet hat, der wird jetzt noch mal spezifisch die Zwangsarbeit sich anschauen und hofft, auch so ein bisschen nochmal in den Archiven vielleicht doch mehr Licht in dieses Dunkel zu bringen als über diese neueren digitalen Archive wie Arollsen und ähnliche Wenn es nur ein Name mal wäre oder zwei, also dass man dem auch mal in so einen Gesicht geben kann.
00:39:10: Ja, neunzehnzwundzwanzig ist ja auch relativ früh für Leute die Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie leisten.
00:39:15: hier sind ja eigentlich meistens geblieben bis zur Fabrikaktion.
00:39:19: Aber es gibt da vorwohle auch schon so eine andere Departierung und die Fabrik-Aktion ist nur dieses Fanal am Ende.
00:39:25: Interessanterweise habe ich noch einmal geschaut das war eben nicht die Fabrike Aktion im Februar dreiundvierzig sondern es war offenbar diese einer dieser Razzien oder einer der Umverlegungen von jüdischen Menschenreportationen vor dieser großen Fabrikaktion im Februar.
00:39:40: Auch für diese Menschen bedeutet das unterschiedlichste, je nachdem welche Nationalität sie waren und wie sie eingeordnet waren in dieses rassistische System.
00:39:47: Der Nationalsozialisten konnte der Umgang unterschiedlich sein.
00:39:51: die Verfägung war dann unterschiedlich die Frage wie sich die Menschen in der Stadt bewegen konnten.
00:39:56: Also wir haben einen französischen Zwangsarbeiter Jean-Rosier, hieß der ausmachen können.
00:40:01: Da hat uns freundlicherweise das Dokumentationszentrum eines Zwangspeits den ganzen Bestand überliefert wo wir auch dann ganz viele... Wir haben dann typische Zwangsserbeiterdokumente wie Amahnungen, den Arbeitsausweis die Visa also diese Aufenthaltsstatus und all diese Sachen.
00:40:15: Und da wissen wir auch dass der quasi sehr wohl in der Stadt bewegen durfte.
00:40:19: Der durfte auch ins Museum gehen oder ins Kino und so.
00:40:22: Das war den Westerbeitern durchaus erlaubt.
00:40:24: Den Osterbeitern war das nicht erlaubt und es gab dann auch diese Lagerbereiche, die da mit einem Stacheldraht umzäunt waren.
00:40:29: Und diese Leute, das sind meist die Osterbeiter, die durften sich nicht frei bewegen durch die Stadt immer nur in Gruppen oder mit Bewachung und auch nicht einfach so als Freizeitsachen.
00:40:39: Wir wissen aber auch dass sie sich miteinander irgendwie kommuniziert haben, dass sie auch Kontakt miteinander hatten auch mit den Osterbetern, die an die anderen Zwangsarbeiter.
00:40:46: Gibt's denn Berichte aus der Stadt?
00:40:48: Oder also aus der stadt Bevölkerungen wie das wahrgenommen wurde?
00:40:52: Gerade weil es ja einerseits als Flughafen natürlich ein besonderer Ort war, andererseits auch relativ tief in der Stadt.
00:40:58: Dass das irgendwie besonders wahrgenommen wurde.
00:41:01: Es gibt diese Tagebucheinträge so was findet man zu wahlen.
00:41:05: Das ist wenig überliefert dazu außer diesen Ego-Dokumenten.
00:41:09: verstecken konnte man das definitiv nicht.
00:41:11: also es gab im Reichswald glaube ich sechseinhalb Millionen Zwangsarbeiter.
00:41:15: Das war nichts zu verstecken und die bewegten sich und sprachen ja auch ruhigere Sprachen im Zweifelsfall mit gebrochen Deutsch, also die Franzosen oder Berger Und man konnte das nicht übersehen eigentlich, wenn man in der Stadt unterwegs war.
00:41:25: Es gab ja auch die Angst... Das war ganz verrückt!
00:41:27: Es wird immer die Frage aufgemacht wie ist es denn eigentlich im Luftangriff?
00:41:31: Wo durften die Zwangsarbeiter hin und wo nicht?
00:41:33: Eigentlich gibt's Widerstreiten, dass es gibt.
00:41:35: sowohl das reiche Luftfahrtministerium beispielsweise hat großes Interesse daran, dass die Arbeiter geschützt sind.
00:41:39: dafür gibt es dann diese Splittergräben zum Beispiel auch die man aushiebt.
00:41:42: Die helfen jetzt nicht bei einem Direktreffer aber sollten zumindest vor dem allerschlimmsten schützen.
00:41:48: Bei uns im Gebäude drin gab es offenbar auch Luftschutzräume für die Westarbeiter, die dann nur mit benutzen wurden.
00:41:53: Die waren nicht so gut ausgebaut wie die anderen aber sie waren auf jeden Fall ein bisschen tiefer.
00:41:56: beim direkten Treffer hätte das auch nichts gebracht, aber es war ja auch für die meisten Berliner zu der Zeit und Berlinerin.
00:42:02: Aber Sie sind gleichzeitig... Das haben wir wieder immer wieder.
00:42:05: aus Akten habe ich das gelesen Gibt es Berichte, wo das reiste Luftadministrum extra darauf hinweist.
00:42:10: diese Zwangsarbeiter westlichen haben schon ein Recht da reinzukommen und das sollte doch bitte daran gedacht werden.
00:42:15: Also zeigt offenbar dass die Praxis eine andere war, die dann gelebt wurde jeweils von der Luftschutzwoarte beispielsweise.
00:42:21: Das heißt nicht, dass niemals Zwangspeiter in diesen öffentlichen Luftschlussräumen saßen aber oft war dann der Kontrollposten der Luft- schatzwoarte entschieden hat wer kommt rein?
00:42:29: Wer nicht?
00:42:29: Wen lasse ich rein?
00:42:30: Wen lass sich nicht rein?
00:42:31: Und offenbar oft genug hat man sich dagegen entschieden diese Menschen einzulassen.
00:42:35: Da hätte man sie sehen müssen.
00:42:37: Spätestens wäre es aufgefallen auf jeden Fall, ne?
00:42:39: Aber so direkt berichtet aus den Ego-Dokumenten ist mir nichts untergekommen in Zeitung oder so.
00:42:45: Man hat Angst wenn sich nicht die Luftschutzkeller lässt dass sie vielleicht an Sachen klauen könnten oder Unsinn machen.
00:42:49: Das hat man bei den Juden auch gedacht.
00:42:52: Die Juden sollten vielleicht doch in gesonderte Luftschutzzäume gehen für den Fall das der Luftangriff kommt damit die dann nicht irgendwie unsinn machen können.
00:42:59: aber scheinbar ja Berliner Stadtgedächtnis dann nicht mehr so präsent nach dem Krieg, denn und damit kommen wir immer zur Erinnerungskultur.
00:43:07: Sowohl mit Blick auf Zwangsarbeit und die ganzen Verstrickungen der Lufthansa auch die Rüstungsproduktion vor Ort aber auch andererseits eben das Columbia House dass ja dann erinnert technisch leider abgerissen wurde hat man ein bisschen den Eindruck davon ist nicht mehr viel präsente.
00:43:22: also wie sieht es aus mit der Erinnerungskultur?
00:43:25: Welche Rolle spielt dieser Ort eigentlich noch?
00:43:27: Oder die Anfänge dieses Ortes in der Berliner Stadtgeschichte?
00:43:31: Also zum Kolumbia Haus ist zu sagen, was ich immer wieder sehr erstaunlich finde.
00:43:35: Ist das selbst Menschen, die sich für Berliner Geschichte interessieren oft noch nie davon gehört haben dass es das Kolumbias gegeben hat und was ich vorhin gar nicht gesagt habe als es um die Häftlinge ging Es waren insgesamt acht tausend Männer dort enthaftiert Das ist ja schon eine große Zahl.
00:43:51: Also es gibt verschiedene Gründe.
00:43:53: Ich glaube, ein ganz großer Grund ist die Nachkriegsüberlagerung der Geschichte durch die Luftbrücke.
00:43:59: Dass das so eine positive Erzählung war, die natürlich ja auch da war – das war ja was Positives für die Stadtbevölkerung!
00:44:06: Aber es war natürlich auch ein Angebot, dass etwas vorher gewesen ist zu vergessen oder daran nicht mehr zu erinnern.
00:44:13: Das ist, glaube ich ein Grund.
00:44:15: Ein anderer Grund beim Columbia-Haus ist wir haben ja vor allem kommunistische Häftlinge dort gehabt die waren wenn sie überlebt haben danach meistens in der DDR.
00:44:23: also da war zum Beispiel auch Erich Honika inhaftiert.
00:44:25: im Columbia Haus war noch andere bekannte Sekretär von Ernst Themen anwahr dort inhaftieren.
00:44:30: es waren schon auch kommunistischen Größen.
00:44:33: Also ich habe immer gesagt, wenn das Kolumbiahaus im Osten der Stadt gestanden hätte, hätte es garantiert eine Erinnerung darangegeben von kommunistischer Seite oder von SED-Seite.
00:44:41: Und das andere ist halt diese andere große Gruppe die ich von genannt hab, die der homosexuellen oder als Homosexuel verfolgte, die keine Stimme hatten und die nicht sagen konnten hier haben wir gesessen, hier wohnen wir misshandelt, hier wurden wir gefoltert weil sie gar nicht drüber reden konnten dass sie ja inhaftiert waren, weil es noch so lange dem Paragraph of Nr.
00:45:00: seventy in der Bundesrepublik gegeben hat.
00:45:03: Und das ist schon sehr schwierig.
00:45:05: und deswegen fand ich es auch sehr gut, dass damals bei dem Volksentscheid, dass ja tatsächlich auch Teil des Gesetzes ist.
00:45:12: Dass eine Erinnerung an die während der NSZ dort verübten Verbrechen auch nötig ist – und es wurde dafür hier auch schon viel getan!
00:45:20: Ich glaube nur, dass es noch nicht ausreicht.
00:45:23: Genau, also dass es dieses eigenständige Konzentrationslager in Berlin gegeben hat, ist noch viel zu unbekannt
00:45:30: Und ich kann da vieles sagen, dass vor Georg jetzt gerade auch schon für die kommunistischen Opfer und die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus gilt.
00:45:38: Es gilt im Grunde ja auch für die Zwangsarbeiter, die gehen nach dem Krieg nach Hause als Displaced Persons oft über solche Lager beziehungsweise dann auch mit Flugzeugen ausgeschlagen tatsächlich von Tempelhof manchmal oder so sogar Und das wird dann vergessen, also die werden noch nicht weiter gefragt.
00:45:55: Es gibt auch wenig Willen von der deutschen Regierung danach nach fünfundvierzig oder ab neunundvierzzig sich der Entschädigung in irgendeiner Form zu nähern, überhaupt dem Wissen mal zu nähren was da eigentlich passiert ist.
00:46:05: Ich habe noch Bilder gesehen von der Übernahme der amerikanischen Luftlandedivision Die neu im Juli und nenns viertvierzigt von den Soviets Den Stand übernehmen.
00:46:14: Da sind dann Fotos gemacht worden, da stehen noch die vier Barakken direkt auf dem Vorfeld Stehen einfach auch noch da, ne?
00:46:20: Die hat noch keiner abgetragen, da sind sie noch da.
00:46:22: Wenige Zeit später verschwinden die natürlich.
00:46:24: Die verschwinnen auch, weil sie für die Airbase natürlich im Weg stehen.
00:46:27: also da muss einfach ganz praktikable Sachen kommen noch dazu und dann werden die vergessen.
00:46:32: und das Verrückte ist ja dann da sind.
00:46:34: die Luftbrücke wurde schon angesprochen.
00:46:35: Die Luftbrücke ist so eine Art für die Berliner zumindest wie die Westberliner ist es ne Entlastungserzählung.
00:46:40: Man muss sich eben nicht mit den dunklen Seiten dieses Ortes beschäftigen.
00:46:43: man hat diese Entlastung Erzählungen dieser großen Luftbrücken in der größten Not west Berlin quasi das Leben gerettet hat den west Berlinern den Kommunismus ersparte.
00:46:52: Und mit dieser Erzählung kann man natürlich viel mehr in der Zeit nach fünfundvierzig Politik auch machen und das sozusagen in so eine eher positive Erinnerungserzählerung gießen, Erinnerungskultur die sich auf diesen positiven Aspekt zieht.
00:47:06: Darüber hat man relativ oft und eigentlich durchgehend diese dunkle Zeit auf einem Tempeloverfeld vergessen.
00:47:12: Also dieses Zwangsarbeiterlager ist dasselbe Problem.
00:47:15: Man sieht sie eben nicht mehr.
00:47:16: also ich habe bei den Militär-Arrestern stellt es gleiche.
00:47:21: plus der lange Zeit nicht bestehende Wille, das irgendwie nochmal aufzuarbeiten.
00:47:25: Der Füttel dazu ist ein Vergessenheitgerät ganz aktiv und ich stimme zu also gerade was die Zwangsarbeiterlage angeht und dass KZ Kolumbia könnte noch mehr getan werden tatsächlich um diese Sichtbarkeiten zu erhöhen.
00:47:37: für diese Worte
00:47:39: Also fast so ein bisschen eine Rheinwaschung durch die Luftbrücke, dieses Ort ist.
00:47:44: Die Luftrücke würde ich jetzt nicht ... Dafür kann die Luftrüge nichts.
00:47:48: Aber ich weiß schon ja, die Amerikaner und die Brieche mit Franzosen können dafür jetzt nix.
00:47:53: Den passt das nur ganz gut im Kalten Krieg an den Verbündeten auch dazu zu versorgen und denen nicht zu verlieren.
00:47:59: Die haben natürlich kein Interesse gehabt dass da diese Geschichte aufgearbeitet wird weil es einfach nicht wichtig war in diesem Zeitpunkt.
00:48:05: Man hat sich darum nicht gekümmert.
00:48:07: Ich nenne es eine Entlastungserzählung, weil das psychologisch interessant ist.
00:48:10: Dass man das da supertolle... Man kann so einen Schlussstrich machen und sagen, guck mal hier diese tolle Zeit!
00:48:16: Jetzt kommt die Demokratie jetzt kommen die Amerikaner wir werden durchdemokratisiert.
00:48:19: Das stimmt alles.
00:48:20: Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass macht diese Geschichte schwierig an diesem Standort.
00:48:24: Gleichzeitig kriege ich dann aber die negativen Seiten wieder rein.
00:48:27: Und ich kenne es auch von Mitmenschen, die immer sagen, oh jetzt reden sie schon wieder über diese dunkle Zeit vom Flughafen und so.
00:48:32: Wir müssen ja schon wieder bis zur Zwangsarbeiterlager reden.
00:48:34: Menschen, die sich schon ein bisschen mehr damit auskennen allerdings ist aber kein Historiker sind und ich muss dann immer sagen ja doch das ist schon wichtiger Punkt den wir hier nicht vergessen können.
00:48:43: Und ich finde es ja auch wichtig also ein interessantes Zeichen dass ihr die Zwangsarbeit auf dem Tempelhofer fällt auch so schlecht erforscht ist weil es einfach so spät begonnen wurde.
00:48:51: Beim Kolumbiaus ist es ein bisschen anders, weil Johannes Ture und Kurt Schilder aus dem ersten Buch veröffentlicht haben.
00:48:57: Und das gibt ja auch seit vielneinzig dieses eine Denkmal auf der anderen Straßenseite.
00:49:02: Das hat auch noch mit der militärischen Nutzung zu tun.
00:49:04: Es konnte nicht an den echten Ort.
00:49:05: Aber auch da ist ich glaube ganz viele selbst Anwohnerinnen sehen das und wissen überhaupt nicht was wofür das jetzt eigentlich steht.
00:49:12: Da steht halt so ein rostbraunes Gebilde.
00:49:16: Der Bezug ist glaube ich gar nicht da.
00:49:19: Die Forschung ist natürlich immer die Grundlage für die Erinnerung.
00:49:22: Das ist einfach so und in manchen Teilen hat sie einfach zu spät eingesetzt, dann ist es halt auch schwierig... Man kann ja keine Leute mehr befragen – das war zum Beispiel auch so als ich über das Kolumbia Haus geforscht habe.
00:49:33: Es lebte kein ehemaliger Heftling mehr.
00:49:35: Ich konnte auch mit niemanden darüber reden.
00:49:36: Es gibt zwei Shower-Foundation Interviews, die ich mehr anschauen konnte.
00:49:40: Aber das ist was anderes, wenn ich nur auf Akten angewiesen bin, die beim Kolumbian Haus alle zerstört sind!
00:49:47: war vor allem auf Zeitzeugberichte schriftlich hinterlassene Zeitzeug berichter angewiesen.
00:49:52: Und ich glaube, Zwangsarbeiten haben sowas noch viel weniger hinterlassen als jetzt Leute die wirklich politisch aktiv gewesen sind und danach auch über diese Zeit sprechen wollen.
00:50:01: Ja also da wissen wir oft das sind ganz wenige die überhaupt gesprochen haben.
00:50:04: es gibt für die Dokumentation Fliegen heißt Siegen.
00:50:07: zur Lufthansa Geschichte.
00:50:10: Es gab ihn Versuch, da hat man in der Ukraine und Weißrussland noch mal ehemalige Zwangsarbeiter aus diesen Frontreparaturen beitrieben.
00:50:17: Die dann auch quasi gekidnet wurden oder mitverschleppt wurden ins Reisgebiet.
00:50:21: Und die hat man aufgespürt.
00:50:22: Dann gibt es auch ein paar Interviews, die geführt wurden mit denen.
00:50:25: Da kann man mehr über die Lufthansa und wie sie sozusagen wirklich mit eigenen Heschern unterwegs war um Leute zu schnappen.
00:50:30: Nicht nur dafür das Militär brauchte sondern wie Sie waren dieses Militäre, die das einsammelte.
00:50:36: Aber darüber hinaus, weil da eben auch so viel zerstört ist gerade bei unserem Tempelhofer Zwangsarbeiterlagern.
00:50:40: Weil die Lufthansa da diesen Dokumente nicht mehr hat.
00:50:45: Wissen wir einfach zu wenig darüber was jetzt wo wie genau wer gemacht hat?
00:50:48: Wir wissen es auch Kinderarbeit gewesen sein muss.
00:50:52: Manche dieser Akten, die noch da sind zeigen das.
00:50:54: beziehungsweise man hat auch einfach an der Art wie bezahlt wurde, hat das Puteras versucht nachzuempfinden in seiner Zwangspeiterstudie.
00:51:00: Aber wir können die genauen Dimension nicht sagen, einfach weil so viel offen ist wissen wir auch nicht genau wie die Behandlung war.
00:51:06: Also musste sich das immer erschließen über andere Zwangsarbeiterlager der Lufthansa.
00:51:09: Ich hab es ja auch versucht.
00:51:11: also sie hat in den Zwangsserbeiterlage nicht sehr positiv gewirkt, ne?
00:51:14: Soviel gerade wie es legal war, das hat man gemacht aber nicht mehr.
00:51:18: Man hat auch versucht unter dieser Legalität zu landen, dass man sie noch schlechter behandelt hat und man hat sich eben darum bemüht.
00:51:25: Das wissen wir auf, man wollte diese Leute haben Man hat mehrfache Eingaben gegeben an die deutsche Arbeiterfront, als es dann sozusagen dahin gegangen ist zu Leih und Zaukel.
00:51:33: Aber wie gesagt mir lässt sich einfach nicht sagen was ich wichtig finde wäre mal so eine zentrale Anlaufstelle auf dem Templo verfällt wo man so eine klare Thematik hat.
00:51:44: man hatte in diesem Geschichtsfahrt da gibt's das zwar aber das müsste natürlich nur ein kleiner Text man bräuchte noch einen zentralen Anlaufpunkt an den man das nochmal stärker darstellen kann.
00:51:53: Das gilt für das KZ Columbia genauso.
00:51:56: Dass man neben diesen Gedenkzeichen, was wir da jetzt haben, nicht mehr zu sehen plus dieser kleine, der auf der anderen Straßensäte steht... Und
00:52:04: eine Tafel oder zwei Tafeln vom Geschichtsfahrt.
00:52:06: Vom Geschichtsfahren, da noch die Tafen?
00:52:08: Genau!
00:52:08: Aber
00:52:08: die sind finde ich auch nur zu finden wenn man sehr explizit dahin geht.
00:52:12: Sie sehen nicht sichtbar das Problem.
00:52:14: Das ist nicht mehr zu sehen.
00:52:15: daran gegen schoner weiß man meist nicht was es ist.
00:52:17: Was sehen wir denn jetzt nicht mehr?
00:52:18: Das nichts mehr zu seh'n ist für den Insider natürlich klar aber vielen Touristen zum Beispiel gar nicht erschließt bei was das jetzt meint.
00:52:24: Da ist dann auch immer die Schwierigkeit sozusagen zwischen wie viel Kunst direkt in der Erinnerungskultur.
00:52:29: und wie stellt man's wirklich dar?
00:52:31: Ich würde sagen, dieser Ort eignet sich eigentlich besonders gut durch diese Ambivalenz.
00:52:35: Man hat das sehr positive mit der Luftbrücke und man hat es sehr negative mit der Zwangsarbeit im KZ und der ganzen Vorgeschichte.
00:52:41: also ein prädestinierter Ort für auch die wechselvolle Berliner Stadt-Geschichte letztendlich aber auch ganze deutsche Geschichte.
00:52:50: eben da ist sicherlich noch einiges zu tun in Zukunft an Bildungsarbeit wenn sich unsere Zugehörer jetzt erstmal noch selbst ein bisschen vorbereiten wollen, vielleicht auf einen Besuch der Ausstellung.
00:53:00: Auf ein besuch des Feldes und sich ein bisschen mit der Geschichte weiter auseinandersetzen möchten?
00:53:05: Was gäbe es denn noch so an Literatur, die man weit empfehlen
00:53:07: könnte?".
00:53:09: Ich kann ja mal mit einem Buch anfangen was uns sehr viel geholfen hat jetzt bei unserer Lufthansa-Ausstellung in Tempelhof.
00:53:16: Das ist das Buch von Lutz Boudras Adler und Kranich vor zehn Jahren erschienen wo er diese Geschichte der Lufthaansa und ihrer Verbindung mit dem militärischen, mit den Luftwaffe, dem staatlichen Behörden eindrücklich aufarbeitet in verschiedensten Bereichen und dann noch in die Zeit geht nach der Liquidation, der alten Lufthansa und der Geründung der neuen Lufthaansa.
00:53:36: Das ist sehr empfehlenswert für den historischen Interessierten – das ist vielleicht nicht ganz für die Leyen!
00:53:41: Es gibt eine fantastische Website Tempelhofer Unfreiheit, die auch ein bisschen was zur Zwangsarbeit macht.
00:53:49: Wir haben vergessen darüber zu sprechen gerade, es gibt im Buch von Reinhard Bernbeck materielle Spuren des nationalsozialistischen Terrors.
00:53:56: Da gab es Ausgrabungen, in den Zwangsarbeiterlager am Flughafen oder auf dem Tempelverfeld.
00:54:01: Und der hat tatsächlich verschiedene Dinge nochmal ausbuddeln können.
00:54:07: Gegenstände an denen man noch mal so ein bisschen nachvollziehen konnte wie ging es diesen Leuten dort?
00:54:10: Was hatten die mit sich?
00:54:11: was drohen sie mit sich?
00:54:12: Hatten die Sanitärgegenstände oder Dosen von Essen oder solche Sachen?
00:54:16: also ganz banale Gegenständen, die manchmal mehr sagen über die Situation dieser Menschen als jetzt das vielleicht so ein Dokument könnte.
00:54:23: Genau und vielleicht, weil ich sie schon angesprochen hatte von Christoph Weber gibt es ein Film zur Lufthansa-Geschichte auch Fliegen heißt Siegen.
00:54:31: Der ist seit Jahrzehnten erschienen im WDR meinig und da geht das auch noch mal ganz stark um die Verstrickungen der Lufthaansa mit dem militärischen Während des Zweiten Weltkrieges und darum die Zwangsarbeiter, da kommen auch Zwangserbeiter der Lüfthaansa zu Wort
00:54:45: Ja, ich hatte es schon erwähnt.
00:54:46: Also, in der Jahrhunderts haben Kurt Schede und Johannes Thuchel das erste Gesamtdarstellung nach damaligen Forschungsstand übers Columbia-Haus veröffentlicht.
00:54:56: Ich weiß nicht ob dies noch lieferbar ist aber es sind viele Bayerliner Bibliotheken auf jeden Fall zu bekommen.
00:55:01: Dann mache ich Werbung in eigener Sache meine Dissertationes im Metropolverlag erschienen.
00:55:06: Ich habe mich speziell mit den jüdischen Heftlingen beschäftigt Aber es ist tatsächlich auch die Gesamtsgeschichte des Lagers und was heute bekannt ist, hab' ich auch nochmal dargestellt.
00:55:14: Dann gab es diese große Ausstellung ein weiteres Feld.
00:55:18: Das war, glaube ich von der Stiftung Topographie des Terrors in Kooperation mit dem Tempelaufbrech GDR.
00:55:24: Genau da gibt es einen sehr ausführlichen Ausstellungsband auf Deutsch und Englisch, der ist ja zu empfehlen.
00:55:30: Wer sich noch mal ein bisschen intensiver mit der Geschichte der frühen Konzentrationslager in Berlin beschäftigen würde, dem empfehle ich die Dissertation von Irene von Götz.
00:55:39: Die eine Gesamtdarstellung gemacht hat was es eigentlich für unterschiedliche Frühe lager in berlin gegeben hat.
00:55:45: und dann nochmal Werbung in eigener Sache.
00:55:47: die Stiftung gedenkstätte Deuter Widerstand betreibt einer homepage columbiahaus.de.
00:55:52: Das ist eine Ausstellung, Wanderausstellungen die wir im Jahr oder Jahrzehnte gemacht haben.
00:55:56: Und wo man allgemeine Informationen über das Kolumbiahaus findet aber auch Heftlingsbiografien und wir sind auch dran das immer weiter zu erweitern.
00:56:06: Wir sind jetzt auch an dem Punkt dass von den acht tausend Heftlingen wie mittlerweile ungefähr zwei Tausend Fünfhundert Namen kennen und diese auch veröffentlichen möchten und werden kann doch noch nicht genau sagen wann es soweit sein wird.
00:56:18: Aber auch das wird dann auf der Homepage veröffentlicht.
00:56:21: Und vielleicht noch kurz Werbung an eine Sache, natürlich unsere Ausstellung zur Lufthansa Geschichte im Kopfbau West des Flughafengebäudes.
00:56:27: Ich glaube es ist ganz gut gelungen.
00:56:30: Können wir auf jeden Fall eine Menge über diese Lufthaansa-Geschichte in genau dieser Zeit bei uns am Zentralflughafen Tempelhof erfahren?
00:56:39: Ja ich glaube jetzt kann man mit einem ganz anderen Blick übers Tempelhofer Feld gehen wenn man da vorbeigeht die Gebäude sieht oder die Hinweise sozusagen auf das was früher da war.
00:56:49: Vielen Dank, dass Sie beide hier waren.
00:56:50: Ich bin sehr gefreut!
00:56:51: Vielen Dank für das Gespräch.
00:56:53: Ja vielen Dank für die Einladung.
00:56:54: auch ich fand es sehr spannend und habe einiges neues gelernt.
00:56:57: So geht's auf mich, danke schön.
00:56:58: Wenn
00:56:59: Sie sonst mehr über die Arbeit der historischen Kommission erfahren wollen schauen sie gerne auf unserer Website www.hico-berlin.de oder auf unserem YouTube Kanal vorbei.
00:57:07: Ansonsten bedanke ich mich für Ihr Interesse und sage tschüss und bis zur nächsten Ausgabe von Hiccopot.
00:57:12: Bleiben Sie uns verbunden und hören Sie wieder rein.